Vorfreude auf Damen-Weltcup beim SC Oberstdorf

Starkes Team bereitet dritte Veranstaltung binnen vier Wochen vor - Den Härtetest haben die Helfer in diesem Winter bei der Vierschanzentournee und der „Tour de Ski“ bereits bestanden
Mit der Vierschanzentournee und der „Tour de Ski“ haben Skiclub und die Skisport- und Veranstaltungs GmbH zwei Veranstaltungen gemeistert, die es in diesem Winter aufgrund der Wetterkapriolen wirklich in sich hatten. Nun folgt mit dem Weltcup im Damen-Skispringen eine echte Premiere. Wir fragten das den Vorsitzenden des Skiclubs Oberstdorf, Dr. Peter Kruijer.
Blickt man als Veranstalter auf das Wochenende 23. bis 25. Januar 2015 mit der Gelassenheit des Routiniers, mit viel Vorfreude oder doch mit einer gewissen Skepsis auf das, was dieser Winter noch alles zu bieten hat?
Dr. Peter Kruijer: Die Vorfreude überwiegt natürlich, wir sind stolz von der FIS den Damen Weltcup übertragen bekommen zu haben. Dieser Winter ist aber für viele Überraschungen gut, wir haben mit Problemen gekämpft, die wir in den Vorjahren so ausgeprägt nicht hatten. Eigentlich haben wir alle Wetterunbilden schon hinter uns (schmunzelt), aber ein Selbstläufer ist diese Veranstaltung nicht und bedarf aller Mühe. Gott sei Dank haben wir ein tolles Team, das engagiert arbeitet.
Damen-Skispringen ist für den Skiclub Oberstdorf nicht neu, oder?
Dr. Kruijer: Als Weltcup ja. Wir haben schon diverse Veranstaltungen mit den Damen durchgeführt und die nationalen Damen trainieren sehr viel bei uns, dazu natürlich unsere „Clubmädels“, auf die wir stolz sind.
Die Perspektive, später einmal an Weltcup-Veranstaltungen, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilzunehmen, ist für die Nachwuchsathletinnen ein starker Motor. Wie wichtig ist das für die Nachwuchsarbeit beim Skiclub Oberstdorf?
Dr. Kruijer: Nachwuchsarbeit ist für uns als Verein sehr wichtig. Wir legen großen Wert darauf und investieren jede Menge. Ein großer Stab von engagierten Trainern unterstützt uns hierbei. Neben den internationalen Veranstaltungen in Oberstdorf sind diese jungen Sportler Botschafter Oberstdorfs in der Welt.
Heimweltcup - der Bundestrainer der Damen, Andreas Bauer, aber auch einige der favorisierten Sportlerinnen wie Katharina Althaus, Carina Vogt oder Gianina Ernst kommen aus Oberstdorf bzw. haben hier am Stützpunkt ihren Lebens- und Trainingsmittelpunkt. Welche Bedeutung misst der Skiclub diesem Heimvorteil zu, der ja durchaus auch Verpflichtung den eigenen Sportlern gegenüber ist?
Dr. Kruijer: Wir stellen den ganzen Winter fünf Schanzen zum Training bereit, ein großer operativer Aufwand, den wir als Stützpunkt gerne leisten. Hierbei wird viel über die normale Sportförderung (Grundlage jeder Bezuschussung von Bund und Land) hinaus erbracht, diese Arbeit kommt dann den hier Trainierenden auch mal als Heimvorteil zu gute.
Der Skiclub Oberstdorf mit seinen vielen Helfern, der Trainingsstützpunkt mit Sportinternat und Schulen, die sich für die Athleten sehr engagieren, aber auch die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und ihrer Sportfördergruppe, all das ist in Oberstdorf eng verzahnt. Ein Erfolgsrezept?
Dr. Kruijer: Ihre Frage beschreibt exakt unseren Vorteil: eine enge Verzahnung, ein gelebtes Miteinander, Kinder, die sehr früh schon bei uns trainieren können, idealerweise bis sie im Skiweltcup angelangt sind. Immer haben sie Kontakt zu ihren ersten Trainern, die natürlich mit Stolz „ihre“ Zöglinge noch in der Nähe haben, auch wenn diese schon längst in anderen Gruppen trainieren, während die Trainer schon wieder den Nachwuchs aufbauen.
Drei Großveranstaltungen in vier Wochen, wie schafft das der Skiclub?
Dr. Kruijer: Wir haben im ehrenamtlichen Bereich, aber auch bei den hauptamtlichen Mitarbeitern tolle Leute. Sie alle wollen den Sport voranbringen, denken an Oberstdorf und auch an den Werbewert von mehreren hundert Minuten Live-Übertragung im Fernsehen. 5,6 Millionen Zuschauer, die ein dick verschneites Oberstdorf im Rahmen der Vierschanzentournee über Stunden gesehen haben, dürften auch den Kritikern des Sports in Oberstdorf, verbunden mit den notwendigen Investitionen in die Anlagen, zeigen welche Werbung wir für den Tourismus in der Region geleistet haben. Man darf auch nicht vergessen, dass gleich nach einer großen Veranstaltung die Stadien wieder in einen Zustand versetzt werden, der ein Training, wenn möglich schon zwei Tage später, zu gewährleisten. Auch hierzu müssen Mitarbeiter motiviert werden, wenn die anderen noch feiern.
Interview: Elke Wiartalla